Mir fällt immer wieder auf, dass viele meiner Klient:innen sich sehr schwer damit tun, neue Schritte zu wagen, andere Wege zu beschreiten oder alte Muster zu erkennen und zu durchbrechen.
Ich sehe dahinter oft unbewusste Gefühle von „Schuld sein“ und „Buße tun müssen“ – meist entstanden in der Kindheit, nach prägenden oder traumatischen Erlebnissen.
Sätze wie: „Meinen Eltern geht es nicht gut, dann darf es mir auch nicht gut gehen.“ „Ich war nicht gut genug! Ich habe etwas falsch oder zu wenig gemacht/getan – dafür muss ich leiden oder besonders viel leisten!“ „Ich darf es nicht besser oder schlechter machen als meine Eltern – sonst werde ich nicht geliebt!“
Das sind nur ein paar Beispiele für prägende Glaubenssätze oder tief gespeicherte innere Überzeugungen. Davon gibt es viele – oft gut versteckt im Innersten – und längst nicht alle lassen sich hier benennen.
Was mir dabei besonders wichtig ist – was jede:r einmal lesen, hören und für sich erkennen darf – ist:
Du warst nur ein Kind. Du kannst nichts dafür. Du bist nicht schuld an dem, was deinen Eltern, Tätern oder anderen Menschen passiert ist – oder was sie dir angetan haben!
JA! Du trägst keine Schuld an dem, was du als Kind erlebt hast. Du konntest nichts dafür. Du darfst heilen – und gut für dich sorgen!
Es ist so wichtig, das zu hören – und es auch zu erleben!
Wenn wir von liebevollen, respektvollen Menschen begleitet werden, kann so viel feine, stille Heilung geschehen. In kleinen Schritten. Indem wir uns selbst, unsere Muster und Routinen immer besser erkennen – uns zumuten – und uns erlauben, neue Erfahrungen zu machen.
Das ist essenziell, um zu heilen!
Du wirst spüren:
Hier, bei diesen Menschen, darf ich mich zeigen, wie ich bin. Und es passiert nichts Schlimmes.
Dabei lernst du, in dich hineinzuhören. Du erkennst alte Glaubenssätze – oft auch die, mit denen du dich selbst klein machst. Nicht böswillig! Du kennst es einfach nicht anders. Du hast es so gehört und gelernt – so wie auch deine Eltern...
Jetzt kannst du die Verantwortung für dich übernehmen. Damit du es heute anders machen kannst.
Du lernst Selbstliebe. Du übst dich in Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Du „beelterst“ dich selbst – und schenkst dir das, was früher gefehlt hat.
Heilende Sätze für dich – als Beispiel:
„Ich war ‚nur‘ ein Kind.“ „Heute ist es anders.“ „Heute darf ich neue und heilsame Erfahrungen machen – mit mir selbst und mit anderen.“ „Es darf sich ändern.“ „Und es ist okay, wenn ich mich ab und zu noch schuldig fühle oder merke, dass ich Buße tun will.“
Denn das ist dein inneres Kind, das es so gelernt hat. Es kann nichts dafür! Wie schön, wenn du das bemerkst. Dann darfst du – als heutige:r Erwachsene:r – die Verantwortung für dich übernehmen und dein Inneres Kind zum Beispiel fragen:
„Was brauchst du, damit es dir besser geht?“
Es gibt viele Wege, auf denen du Hilfe und Anregungen findest. Wenn du traumatische Erfahrungen gemacht hast, hol dir unbedingt Unterstützung. Mute dich zu! Das konntest du früher nicht – also: eine neue Erfahrung!
Alles Liebe für dich – und viel feine, heilsame Entwicklung auf deinem Weg! ❤️
